Übereinkunft


ERSPÜREN UND ANNEHMEN

Foto: Sonja Schäfer
Foto: Sonja Schäfer

Ich bin tolerant, 

doch im Umgang mit dir wird mir Mal um Mal bewusst, 

dass ich eine Toleranzgrenze habe. 

 

Ich finde dich absonderlich, 

fühle mich oft provoziert von dir

und jetzt stellt sich mir die Frage, 

wie ich damit umgehe. 

 

Soll ich dich auf dein taktloses Verhalten hinweisen?

 

Soll ich dir Grenzen setzen?

 

Soll ich dir aufzeigen oder gar beibringen,

wie man es besser machen kann?

 

Oder soll ich dich in Ruhe lassen

und mein Verhalten an deine Unpässlichkeiten anpassen?

 

Wie immer liegt wohl in der Mitte die Wahrheit

und in dieser Angelegenheit wünsche ich mir Klarheit, 

weil ich nicht nur dich absonderlich finde, 

sondern

- wenn ich ganz ehrlich zu mir bin -

auch so viele andere Menschen

- und wenn ich noch ehrlicher bin, wohl jeden Menschen -

und damit fühle ich mich unwohl, 

weil das nicht die Wahrheit meines Herzens ist. 

 

In meinen Augen machst du es total kompliziert

und in deinen Augen bin ich es, 

die es kompliziert macht.

 

Ich mag es nicht, 

dich aufgrund dessen in eine Schublade zu stecken, 

denn ich mag es selbst nicht,

in einer dieser Schublade zu landen

oder selbst das Gefühl zu haben, 

dass ich da rein gehöre, 

also, 

was tun?

 

Alleine die Tatsache, 

dass ich darüber schon wieder ein Gedicht schreibe, 

zeigt doch, dass du Recht hast, 

dass ich unendlich kompliziert bin

oder bin ich doch ganz einfach, 

weil ich es ganz einfach aufschreibe, 

ohne mir zu schade dafür zu sein

und ohne mir blöd vorzukommen?

 

Mir kann es ganz egal sein, 

in welche Schublade du mich steckst, 

viel wichtiger ist, 

ob ich mich selber da rein stecken würde. 

 

Ich habe es in der Hand, 

wie immer, 

das ist nichts Neues

und wird auch langsam langweilig, 

aber es muss an dieser Stelle nochmal 

aufgeschrieben werden und gesagt werden, 

weil ich es sonst nicht kapiere

und weiter ein nach dem anderen Exempel statuiere, 

was mich müde macht und mich nervt. 

 

Ich muss das echt sein lassen 

und mir ein Herz fassen, 

ja genau, 

in dem Moment, 

in dem du für meine Begriffe mal wieder so absonderlich bist, 

fasse ich mir ein Herz

und dann wird was Vernünftiges dabei rumkommen

und falls nicht, 

dann gibt es halt noch ein weiteres Gedicht, 

was mir und vielleicht auch dir hilft, 

um ein bisschen besser

mit der ein oder anderen Situation umzugehen, 

was mir an der Stelle genügend Anlass bietet, 

um mich selbst nicht absonderlich zu fühlen, 

nur weil ich alles Mögliche aufschreibe, 

immer mal wieder leide wegen nichts und wieder nichts. 

 

Ich gewöhne mich langsam daran, 

kann dazu stehen

und es mit Gelassenheit sehen, 

denn was anderes bleibt mir nicht übrig, 

weil ich nicht aus meiner Haut kann

und es inzwischen auch gar nicht mehr will, 

weil ich genau dieser Mensch sein will, 

mich kein bisschen anders haben will;

das ist doch eine tolle Erkenntnis, 

für die ich sehr dankbar bin.