Gedichte


ERSPÜREN UND ANNEHMEN

Foto: Sonja Schäfer
Foto: Sonja Schäfer

Du hattest Recht und auch ich hatte Recht,

wir haben nur aus verschiedenen Blickwinkeln

auf die Situation geschaut

und uns so den gemeinsamen Nenner verbaut.

 

Unsere Argumente waren nicht zielführend,

unsere Motive waren nicht stichhaltig,

unser Verhalten war nicht glaubwürdig,

somit war das Ergebnis unserer nicht würdig.

 

Das, was von mir ausging, hat dich erschrocken,

das, was von dir ausging, hat mich erschrocken,

weil wir uns auch schon anders kennengelernt haben,

uns gegenseitig den Rücken gestärkt haben.

 

Also gab es den gemeinsamen Nenner zwischen uns schon mal,

jetzt ist nur die Frage,

wie es mit uns weitergehen soll,

ob es überhaupt weitergehen soll

und wie das funktionieren soll,

schließlich haben wir unachtsam übereinander geredet,

uns dies und jenes eingeredet,

haben die Situation geklont,

sie immer und immer wieder beredet und durchdacht,

den anderen zum Schuldigen gemacht,

weil er nicht dazu in der Lage war,

so, wie wir selbst zu handeln,

um Zwietracht in Frieden zu verwandeln.

 

Ich für meinen Teil möchte diese Form des Umgang

aus meinem Repertoire streichen,

somit werde ich kein schlechtes Zeugnis mehr von dir ablegen,

dir nichts mehr andichten und mich aufrichten,

um aufrichtig zu sein,

denn nur so bin ich meiner selbst würdig,

also verfolge ich weiter mein Ziel,

gebe nicht mehr zu viel

und rede nicht mehr zu viel,

denn beides schadet mir und meiner Gesundheit

und ich bin jetzt soweit,

ruhig und besonnen zu handeln,

um die Zwietracht in Frieden zu verwandeln

und einen gemeinsamen Nenner auszuhandeln.