Aufklärung


ÖFFNEN, ZULASSEN UND VERSTEHEN

Foto: Sonja Schäfer
Foto: Sonja Schäfer

Es gibt diese Tränen, die anders sind,

die schmerzhafter sind,

die sich nicht zurückhalten lassen,

die dich alles um dich herum vergessen lassen.

 

Es gibt diese Tränen, die dich altes Leid spüren lassen,

Leid, das über die eigentliche Ursache hinweggeht,

das tiefer geht,

das bis zum Ursprung zurückgeht

und dir unter die Haut geht.

 

Das sind die Tränen,

die deine Mitmenschen nicht (immer) nachvollziehen können,

weil sie ihnen zu extrem oder irrsinnig vorkommen,

sie ahnen ja nicht, dass sie aus einer anderen Zeit kommen.

 

Wenn man es so will,

hat jeder Mensch posttraumatische Belastungsstörungen

und zwar nicht nur eine, sondern etliche,

zumeist, ohne davon zu wissen.

 

Angesammelt haben wir diese in unseren früheren Leben, 

worüber man in der westlichen Welt kaum spricht, 

weil man entweder nichts darüber weiß 

oder weil man mit seiner Unaufgeklärtheit nicht umzugehen weiß.

 

Unsere alten Verletzungen sind in unserer Aura gespeichert, 

was die einen deutlich und die anderen weniger deutlich spüren,

was den einen bekannt und den anderen unbekannt ist,

was für die einen bedeutungsvoll und für die anderen egal ist.

 

Wir haben alle Grund zum Heulen,

aber es trauen sich noch sehr wenige,

sich in der Öffentlichkeit ihren Gefühlen hinzugeben,

sie können ja nicht wissen, dass sie ein Doppelleben leben,

sodass die Mutigen zu Exoten und zum Gespött werden, 

weil die anderen ihre Gefühle mit Alkohol runterspülen,

eine Rolle spielen oder ihre Gefühle erkalten lassen, 

indem sie die entscheidenden Personen nicht an sich heranlassen.

 

Fair ist das nicht, 

aber Fairness interessiert vielerorts auch nicht,

vielmehr scheint die Verurteilung,

die Abwertung, die Gehässigkeit und die Anklage zu zählen.

 

In dieser Angelegenheit hat sich nicht viel verändert,

aber es gibt bereits Menschen,

die schon gut mit ihrer Urquelle und ihrer Reinheit verbunden sind

und somit keine Opfer mehr von fiesen Attacken sind.

 

Doch auch sie

- und da nehme ich mich persönlich nicht raus -

sind mit einer gewissen Vorsicht zu genießen,

weil immer irgendwas an sie andocken kann,

was sie mitreißt und dich auch,

wenn du nicht in dir verwurzelt bist,

seelisch, geistig oder körperlich instabil bist.