Ausnahmezustand


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Bild: Jeanett Rotter
Bild: Jeanett Rotter

Warum kannst du in ihr nicht das sehen,

was ich in ihr sehe,

warum kannst du in mir nicht das sehen, 

was sie in mir sieht?

 

Warum willst du in ihm nicht das sehen, 

was ich in ihm sehe, 

warum willst du in mir nicht das sehen, 

was er in mir sieht?

 

Warum vertraust du mir nicht?

 

Warum glaubst du mir nicht?

 

Warum ist das, 

was die anderen erzählen mehr wert, 

als das, was ich zu sagen habe?

  

Warum passt es dir nicht, 

wie ich mich ausdrücke, 

wie ich meine Worte ausschmücke?

 

Warum ist das Verhalten anderer genau das Verhalten,

an dem du mich misst?

 

Warum ist der Weg, den andere Menschen gehen, 

genau der Weg, den du auch für mich vorsiehst?

 

Warum soll ich mich anpassen?

 

Warum soll ich mein wunderschönes Selbst

für deine Wertvorstellungen verlassen?

 

Warum ist das so?

 

Du weißt es nicht besser, 

du kannst es nicht besser

und das ist okey für mich, 

denn ich habe Verständnis für dich. 

 

Du hast es so gelernt

und hast es nie verlernt. 

 

Das ist schade

und doch kann ich es so stehen lassen und verstehen, 

kann inzwischen unbefangen mit dir umgehen, 

weil ich dich nicht mehr darauf aufmerksam machen muss

und mich deshalb nicht mehr stressen muss, 

es ist einfach so und ich nehme es an, 

sodass auch ich endlich leben kann

und aus meiner Mitte heraus verstehe, 

dass ich keine Rechenschaft vor dir ablegen muss, 

sondern selbst entscheiden darf, 

welche Form der Kommunikation ich wähle, 

 indem ich den Weg meines inneren Friedens gehe, 

der mein Band zu dir niemals abreißen lässt, 

dich niemals fallen lässt.

 

Ich muss nicht mehr anders sein, 

ich bin es

und ich lebe damit

und ich lebe gut damit

und wenn du auch gut damit lebst, 

dass du anders bist, 

dann ist doch alles fein

und nichts muss mehr anstrengend sein.