Ausnahmezustand


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Bild: Jeanett Rotter
Bild: Jeanett Rotter

Wenn ich sage, was ich denke und fühle,

bin ich für die einen zu stark und für die anderen zu schwach,

für die einen zu verschlossen

und für die anderen zu komisch und außergewöhnlich.

 

Unterhalten sollte Spaß machen,

doch es macht mir keinen Spaß,

es ist furchtbar anstrengend für mich

und dieses Gefühl belastet mich.

 

Ich habe Fragen im Kopf, die ich nicht stelle,

mir liegen Worte auf der Zunge, die ich nicht sage

und ich halte liebevolle Botschaften zurück,

weil ich es nicht ertrage,

wenn danach Stille herrscht,

wenn unangenehme Blicke den Raum berühren,

mich in mein Unterbewusstsein führen,

wo ich unzufrieden bin mit mir und dieser Unvollkommenheit

und dann tue ich mir selber Leid,

so, als ob es Negativität schneit.

 

Wie durchbreche ich diesen Zyklus,

wie verabschiede ich diesen Virus?

 

Wo ist meine Stärke hin,

wo ist mein Selbstbewusstsein hin?

 

Weiß ich noch, wer ich bin?

 

Ich leide zu viel, das steht fest

und da herrscht ein riesen Ungleichgewicht

zwischen dem Außen und dem Innen

und ich mag es, wenn die Bilder verschwimmen,

wenn das alles nicht mehr wichtig ist,

weil da Selbstliebe ist, sodass mir das alles egal ist,

weil ich mich selbst mit Liebe flute

und das Ganze aus einer anderen Perspektive betrachten kann,

mir selbst Trost und Halt geben kann

und schlussendlich dann doch die richtigen Worte finde,

die mich erlösen und mir beweisen,

dass ich mir keinen Kopf machen muss,

mich nur selbst lieben muss.