Ausnahmezustand


ERSPÜREN UND ANNEHMEN

Bild: Jeanett Rotter
Bild: Jeanett Rotter

Alles ist festgefahren, ja geradezu abgefahren,

wie ein Zug, der abgefahren ist,

weil ich nicht mehr hineinsteigen will,

nicht mehr fortfahren will,

nicht mehr zu schnell fahren will.

 

Es darf auch mal langsam gehen,

ich darf auch mal auf der Stelle gehen

oder einfach nur stehen

oder noch viel besser,

einfach sitzen bleiben,

einfach liegen bleiben,

weil mir das stehen bereits zu anstrengend ist,

einfach gerade nicht Teil meines Wohlfühlmodus ist.

 

Wie oft bin ich bis an meine Grenze gegangen,

und über meine Grenze gegangen,

viel zu oft,

sodass jetzt die Zeit ist, Luft zu holen,

mir meinen Lebensdurst zurückzuholen,

denn gerade verspüre ich keinen Lebensdurst,

nur Frust,

Frust, der gestern noch nicht da war,

auch wenn er sich angekündigt hat,

mal kurz vorbeigeschaut hat.

 

Es ist mal wieder irgendein Quatsch,

der daherkommt, um sich mir mitzuteilen,

doch mir fehlt eindeutig die Muße,

ihm zuzuhören und in seiner Nähe zu sein.

 

Ich brauche Zeit für mich und es ist egal,

wo ich sie verbringe,

ob ich in der Sonne liege

oder durch den Regen springe,

ob ich im Bett liegen bleibe

oder den nächsten Berg besteige.

 

Ich räume mir Zeit für mich ein,

um einfach zu sein.