Eigen- und Nächstenliebe


RÜCKSICHT, GEDULD UND VERLÄSSLICHKEIT

Bild: Jeanett Rotter
Bild: Jeanett Rotter

Ja, auch ich darf glücklich sein,

ja, auch ich darf mir helfen lassen, 

ja, auch ich darf Hilfe einfordern,

ja, auch ich darf mich verwöhnen lassen,

ja, auch ich darf Grenzen setzen,

ja, auch ich darf mir Freiräume einräumen, 

ja, auch ich darf mir Zeit lassen,

ja, auch ich darf eigene Entscheidungen treffen,

ja, auch ich darf mich dem Willen anderer widersetzen.

 

Dabei muss ich nicht fies werden,

aber ich darf meine kalte Schulter zeigen

um einem drohenden Energiedefizit meinerseits vorzubeugen

und ich darf mir Zeit einräumen, 

ganz bei mir zu sein, 

um durch meine Selbstzufriedenheit

die abgekühlte Atmosphäre um mich herum

und die zwieträchtige Schwingung

zwischen mir und anderen zu heilen, 

damit meine seelischen Wunden

ein für alle mal ausheilen können. 

 

Ich muss niemanden um Erlaubnis bitten,

ich muss kein schlechtes Gewissen haben,

doch ich muss Verständnis für mich selbst haben,

sonst gehe ich baden.

 

Ich muss nicht immer diejenige sein,

die anderen ein gutes Gefühl gibt,

die sich für sie aufgibt,

damit es ihnen an meiner Seite gut geht,

ohne dabei zu berücksichtigen, wie es mir geht.

 

Ich muss abschütteln dürfen,

was nicht zu mir gehört

und ich muss mich nicht darum kümmern,

dass sie mich verstehen,

manchmal geht es nur darum,

selbst zu meiner Vorgehensweise zu stehen, 

meine so wichtigen Bedürfnisse nicht zu verfehlen.

 

Wenn ich wieder soweit bin,

kann ich mein Herz öffnen und zeigen,

dass ich von Natur aus freundlich bin,

doch ich selbst darf mir darüber im Klaren sein,

dass auch ich ein Mensch mit Bedürfnissen bin,

die geachtet werden sollen

und wenn das nicht der Fall ist,

muss ich selbst dafür sorgen, dass dies geschieht,

weil sonst wieder einer meiner Seelenanteile flieht

und das will ich nicht mehr,

weil ich glücklich sein will,

weil ich zufrieden sein will,

weil ich gesund sein will,

weil ich lebensfroh sein will

und weil ich mir keine Gedanken mehr machen will

um andere,

um ihre Bedürfnisse,

um ihre Gefühle,

wie es ihnen damit geht,

was bei ihnen gerade fehlt oder ansteht.

 

Ja, auch ich habe das Recht,

nur für mich da zu sein,

mir selbst eine Stütze zu sein,

dann, wenn mich niemand sonst stützt

oder womöglich belügt und ausnutzt.

 

Ich muss niemandem gefallen,

ich muss nicht auffallen,

darf auch mal nur gewöhnlich sein

und lieb zu mir selbst sein.

 

Ich muss mich nicht in Schale werfen,

um gesehen zu werden,

entweder leuchte ich von innen oder ich tue es nicht,

doch ich nehme mich selber in die Pflicht,

Wohlbefinden herzustellen,

das unabhängig von meinem Aussehen ist,

das unabhängig von meiner Lebenssituation ist,

das unabhängig von meinen Erfolgen ist,

das unabhängig von der Sichtweise anderer ist.

 

Ich darf mir selbst entsprechen,

ohne etwas dafür tun zu müssen,

ohne mich ins Zeug legen zu müssen,

ohne andere vorgehen lassen zu müssen.

 

Ja, auch ich bin es wert,

umsorgt zu werden,

berücksichtigt zu werden,

beschenkt zu werden,

geliebt zu werden,

aufgeklärt zu werden,

ohne es einzuleiten,

ohne es abzustreiten.

 

Es wird Zeit, dass ich genau so lebe,

weil ich mich sonst verlebe,

ohne gelebt zu haben,

ohne mich selbst geliebt zu haben.

 

Ich darf warten, bis sie auf mich zugehen

und mir sagen, dass ihnen etwas nicht passt

und auch ich muss nicht warten,

bis es für mich wieder passt,

auch ich darf auf sie zugehen und sagen,

wenn mir etwas nicht passt,

dass es nicht fair ist,

dass ich eine gute Behandlung verdient habe, 

weil auch ich ein Anrecht auf all das Gute im Leben habe

und das Anrecht auf ein eigenes Leben.