Potential


BEGREIFEN

Bild: Jeanett Rotter
Bild: Jeanett Rotter

Ich wählte dieses Bild, 

weil ein Auge geschlossen ist, die Innenschau ausdrückt

und ein Auge geöffnet ist, weil es das sieht, 

was sich im Außen zwischen dir und anderen ereignet. 

In der Kombination aus beiden

liegt die Fähigkeiten und die Chance auf Aussöhnung. 

 

Kennst du sie,

infantile und/ oder auf dem Opferdasein basierende, 

dich quälende Fragen, 

die dich negativ aufladen

und dich davon abhalten,

dich mit dir und anderen zu versöhnen?:

 

"Warum verstehst du mich nicht?"

 

"Warum hältst du mich nicht?"

 

"Warum reichst du mir nicht die Hand?"

 

"Warum lässt du mich nicht so sein, wie ich bin?"

 

Drückt dein Gegenüber bei dir immer wieder die gleichen Knöpfe

und eröffnet immer wieder dieselben Themen?

 

Wird das so langsam langweilig für dich, 

weil du schon so viel verstanden hast?

 

Bist du es müde?

 

Was macht dich so müde?

 

Menschen nicht so annehmen können, wie sie sind?

 

Das Leben nicht so annehmen können, wie es ist?

 

Deine Schicksalsschläge nicht so annehmen können, 

wie sie sind und waren?

 

Dich selbst nicht so annehmen können, wie du bist?

 

Dein Starrsinn, der es dir nicht erlaubt, freidenkend zu sein?

 

Dein Karma nicht so annehmen können, wie es ist?

 

Dein Licht nicht so annehmen können, wie es ist?

 

... und dass sich das Folgende ständig wiederholt

und dich wieder verunsichert:

 

verstehen - nicht verstehen

 

einsichtig sein - nicht einsichtig sein

 

in der Liebe sein - nicht in der Liebe sein

 

echt sein - nicht echt sein

 

verständnisvoll sein - nicht verständnisvoll sein

 

mitfühlend sein - nicht mitfühlend sein ...

 

... diese Liste ist endlos.

 

Ein erster Schritt kann folgender sein:

 

Das, was du fühlst und dich in der jeweiligen Situation durchdringt, 

direkt ansprechen

und dabei nicht hochnäsig sein, 

nicht zu lieb sein, 

nicht anders sein, als du in diesem Moment wirklich bist. 

 

Aussöhnung ist eine Mixtur aus Einsicht und Vergebung, 

die dem innerlichen Aufruhr ein Ende setzt. 

 

Wir denken immer,

Aussöhnung beginnt in Verbindung mit unserem Gegenüber.

 

Ich möchte an dieser Stelle die These aufstellen, 

dass Aussöhnung immer wieder bei uns selbst beginnt. 

 

Ist es für mich wirklich ok, wie ich gehandelt habe, 

kann ich es mir zugestehen?

 

Kann ich mir für Fehler vergeben?

 

Mit Fehlern meine ich Handlungen, 

von denen unser Herz bereits damals wusste, 

dass diese nicht die richtige Entscheidung ist, 

doch unser Bewusstsein war noch nicht soweit, 

was bedeutet, dass die Handlung die richtige war, 

um an ihr zu wachsen, 

dennoch war sie schon damals

nicht mit unserem wahren lichten Selbst kompatibel

und somit in gewisser Hinsicht falsch. 

 

Kann ich in Anwesenheit der entsprechenden Person 

oder der entsprechenden Personengruppe mit mir in Frieden sein?

 

Das ist eine gute Basis, um in ein Zwiegespräch gehen zu können

und - wenn wir uns an die Einstiegsfragen erinnern, 

diese Person zu verstehen, 

sie zu halten, 

ihr die Hand zu reichen, 

sie so sein lassen, wie sie ist

und das ist dann eben nicht mehr infantil, 

sondern reif und ehrwürdig

und entspricht dir und dem Licht deiner Seele

und falls auch das nicht helfen sollte, 

um dich mit anderen auszusöhnen, 

dann kannst du zumindest für dich sagen, 

dass du dein Möglichstes gegeben hast, 

kannst Frieden in dir selbst herstellen, 

indem du alles bereinigst, was du in dir zu bereinigen hast

und kannst ein glückliches und zufriedenes Leben führen, 

nämlich weil du die andere Person so akzeptieren kannst, 

wie sie ist

und vor allem dich so akzeptieren kannst,

wie du bist

und vielleicht erhaltet ihr zu einem späteren Zeitpunkt 

die Möglichkeit, gemeinsam das zwischen euch zu bereinigen, 

was ihr bereinigen möchtet.