Selbsterkenntnis


BEWUSSTWERDUNG

Bild: Jeanett Rotter
Bild: Jeanett Rotter

Seitdem ich dein Fieber spürte,

habe ich es auch.

 

Seitdem ich deine Sehnsucht spürte, 

habe ich sie auch. 

 

Seitdem ich dich habe leuchten sehen, 

will ich das auch. 

 

Seitdem ich deinen Reichtum gesehen habe, 

will ich ihn auch. 

 

 Ich habe das Gefühl, 

ich fühle nicht mehr eigenständig, 

ich habe das Gefühl, 

ich denke nicht mehr eigenständig

und bin von dieser Idee besessen, vereinnahmt und abhängig. 

 

Ein Konstrukt, das sich festgebissen hat, 

mich nicht mehr loslässt und mich nicht in Ruhe lässt. 

 

Was muss ich verstehen, 

bis es geht, 

was muss ich kapiert haben?

 

Ich leide und ich finde, 

es ist jetzt echt langsam mal gut!

 

Vielleicht hilft es, 

zu wissen, 

dass es ein Konstrukt ist, 

dass es nichts mit meinem Leben zu tun hat, 

zumindest nicht auf diese Weise, 

die mich foltert, 

vielleicht genügt mir persönlich Etwas davon, 

ein Bisschen oder vielleicht benötige ich es auch gar nicht, 

weil es in meinem Leben andere Stützpfeiler gibt, 

andere Rückzugsorte, 

andere Menschen, 

andere Situationen, 

die mich erfüllen mit dem, was mich erfüllt. 

 

Mir fällt es schwer, dir dein Glück zu gönnen,

denn da sind diese Gründe, 

die mein Verstand findet, 

um dies zu verhindern. 

 

Doch was steckt wirklich dahinter, 

was lässt mich nicht frei sein

bzw. ein Mensch sein, 

der so etwas wie Neid empfindet

und dabei immer wieder erblindet?

 

Verpasste Gelegenheiten

 

Falschheit

 

Feigheit

 

Eigenes ungelebtes Potential

 

Ich bin so sauer und wütend, 

weil ich damit im Clinch liege,

dass du so zu mir bist bzw. so zu mir warst. 

 

Es sind Gedanken wie: 

"Was glaubst du, wer du bist, 

was bildest du dir ein?!"

 

oder

 

"Du zeigst keinen Respekt vor mir und meiner Seele

und das macht mich so wütend!"

 

Es fällt mir schwer, dir zu verzeihen

und das Ganze ging sogar soweit, 

dass ich dir manchmal Schlechtes wünschte

und dass ich Genugtuung verspürte, wenn ich hörte, 

dass du es in dieser oder jenen Situation nicht leicht hast.

 

Das ist doch furchtbar

und natürlich brachte mir diese Haltung, 

diese Einstellung, diese Sichtweise rein gar nichts

außer Kummer. 

 

Ich bestrafte mich damit selbst, 

tat mir selbst weh, 

weil sich diese negativen Gedanken und Empfindungen 

immer wieder an mich hefteten und mir das Leben schwer machten, 

weil ich in dir den Grund fand, 

warum es mir nicht gut genug ging. 

 

Es ist unabdingbar, 

dass ich zumindest dahin komme, 

dir gegenüber gleichmütig zu sein, 

neutral, 

tolerant. 

 

Wenn mir das gelingt, 

verschwindet der Schmerz

und inmitten des Schmerzes

kann etwas Positives gedeihen und wachsen, 

sodass Frohmut, Frieden und bedingungslose Liebe entstehen

und ich gänzlich davon ablasse, 

negativ und missgünstig zu sein, 

doch vorerst werde ich durch das Gefühl hindurch gehen, 

damit es wirklich nie wieder soweit kommt.