Selbsterkenntnis


BEWUSSTWERDUNG

Bild: Jeanett Rotter
Bild: Jeanett Rotter

Ich bin es Leid,

von dir verletzt zu werden,

ich bin es müde,

von dir verletzt zu werden,

ich bin es satt,

von dir verletzt zu werden.

 

Du hast mir viel reingewürgt

und ich habe mich hilflos gefühlt.

 

Ich habe nichts dagegen unternommen,

denn ich war benommen,

habe mich dir gegenüber zu gut benommen,

um der rebellischen Seite in mir ihren Aufbruch zu erlauben

und gleich darauf Empörung und Entrüstung abzustauben.

 

Ich fühlte mich oft betäubt,

um gleichzeitig oder direkt im Anschluss impulsiv zu reagieren

und mich an dir abzureagieren.

 

Ich habe mich oft entschuldigt,

du dich nicht,

zumindest nicht so oft wie ich.

 

Ich hätte mich nicht so oft entschuldigen müssen,

ich hätte mich stattdessen in Schutz nehmen müssen

oder besser auf mich Acht geben müssen

und zwar in jedem Moment und vor allem dann,

wenn ich negative Energie gespürt habe,

mich darauf eingelassen habe,

obwohl ich gefühlt habe, dass es falsch ist.

 

Ich war verblendet,

geblendet von all der Ungerechtigkeit,

die du mir entgegengebracht hast.

 

Ich dachte,

ich hätte sie verdient,

ich wäre verantwortlich für all das,

doch wie kann ein Mensch verantwortlich sein

für vorausgegangene Verfehlungen von so vielen anderen,

die einfach nicht gesehen wurden,

die totgeschwiegen wurden,

die vertuscht wurden

und vor allem weiter bestärkt und verstärkt wurden.

 

Die Zündschnur der Bombe,

die irgendwann platzen musste,

war ziemlich lang

und ich zündete sie an,

weil ich dachte,

es sei eine Kerze oder maximal ein Räucherstäbchen,

doch das war sie nicht,

sie war eine Bombe,

die ordentlich eingeschlagen hat

und mich zur Schuldigen gemacht hat.

 

Die Bombe habe ich nicht erschaffen

und auch die Zündschnur nicht,

ich wusste nichts von beidem

und dachte, man kann mich gut leiden.

 

Es ist schlimm,

was da geschehen ist,

weil das alles nicht die Wahrheit ist.

 

Willst du die Wahrheit schauen?

 

Willst du mir überhaupt noch vertrauen?

 

Darum werde ich mir keine Sorgen mehr machen,

denn ich habe mich dafür entschieden,

Gott zu vertrauen,

meiner geistigen Führung und meinen Schutzengeln,

die es gut mit mir meinen

und meine guten Absichten mit mir teilen.

 

Ich hoffe,

dass Gott dich wissen lässt,

dass das nicht in Ordnung war,

weil da Verblendung und Irrtum im Spiel war

und ein gutgläubiger Mensch,

ein (kindlich) fühlender Mensch,

der unverstanden blieb

und erst zu verstehen begann,

als er sich kräftig die Augen rieb,

nochmal hinsah

und klar sah.

 

Die Ungerechtigkeit war da

und immer dann,

wenn du zukünftig mit mir in Kontakt treten wirst,

wirst du sie fühlen

oder ich werde etwas dazu sagen,

werde bei mir sein

und mit mir im Klaren sein,

darüber,

von dir nicht mehr geblendet werden zu wollen

und nicht mehr ungerecht behandelt.

 

Wenn du es nicht lassen kannst,

werde ich es nicht mehr hinnehmen

und dir noch mehr von meinem Gefühl übertragen,

somit kannst du dir nur selbst schaden,

mir nicht mehr,

denn ich brauche weder deine Anerkennung,

noch deine Wertschätzung,

noch deine Absolution,

solange du so bist, ist sie mir nichts wert,

weil ich mich in ihr nicht wiederfinden kann,

mich nur wieder verlieren kann,

was nun nicht mehr möglich ist,

weil da wieder dieser Mensch mit einer Menschenwürde ist, 

die unantastbar ist.   

 

Ich für meinen Teil nehme mir vor, 

weiterhin Mitgefühl aufbringen zu können, 

mich in deine Lage versetzen zu können, 

damit auch ich von meinem hohen Ross herunterkomme

und neben dir ankomme.